Kick-Off Pressemitteilung 24.03.2017

Überschüssige Energie smart lokal speichern und einsetzen

FH Münster startet Projekt „Energiespeicher in der Praxis“

 

Gruppenfoto Projektpartner
Die Pro­jekt­partner bei EnerPrax (v.l.): Dr. Elmar Brügging (FH Münster), Markus Kramp (GELSENWASSER AG), Janina Senner (GWI Essen), Ralf Sörgel (SaerVE), Wil­fried Roos (Bür­ger­meister Gemeinde Saerbeck), Prof. Dr. Christof Wetter (FH Münster), Kirstin Greiwe (GELSENWASSER AG), Christian Heinrich (FH Münster), Johannes Schaffert (GWI Essen). (Foto: GWI Essen)

Münster/Steinfurt (24. März 2017). Wenn die Sonne vom Himmel lacht und der Wind durch die Haare fegt, dann gewinnen Solar­an­lagen und Wind­räder Strom. Nur leider ist diese Erzeugung unre­gel­mäßig – mal liefert die Natur zu viel Energie, die nicht kom­plett in Strom umge­wandelt werden kann, mal gar keine. „Genau in diese Lücke wollen wir mit unserem Projekt ‚EnerPrax‘ stoßen“, erklärt Dr. Elmar Brügging von der FH Münster. „Wir testen unter­schied­liche Spei­cher­tech­no­logien, die über­schüssige Energie auf­fangen und wieder zur Ver­fügung stellen. Außerdem wollen wir diese Speicher je nach Wet­ter­si­tuation fle­xibel und optimal ein­setzen können. Wir fragen uns: Was passt zu welchem Bedarf?“

EnerPrax“ steht für Ener­gie­speicher in der Praxis und das rund zehn­köpfige Team testet zum Bei­spiel Lithium-Ionen-, Blei-Gel- oder Redox-Flow-Bat­terien, aber auch mecha­nische Speicher wie Schwung­rad­mas­sen­speicher. Ebenso kommt eine Power-to-Gas-Tech­no­logie zum Einsatz. Sie wandelt Strom in Was­ser­stoff und schließlich über einen bio­lo­gi­schen Prozess zu Methan um, das bei ent­spre­chender Qua­lität in das Erd­gasnetz ein­ge­speist werden kann.

Uns geht es auch um den Nach­hal­tig­keits­aspekt des Pro­jekts“, sagt der Leiter des For­schungs­teams am Fach­be­reich Energie – Gebäude – Umwelt Prof. Dr. Christof Wetter. „Wir wollen zeigen, dass Über­schüsse aus regional pro­du­zierten erneu­er­baren Energien smart lokal gespei­chert und wei­ter­ver­wendet werden können. Man muss sie nicht zwangs­läufig mit auf­wen­diger Infra­struktur zu einer zen­tralen Spei­cherung trans­por­tieren.“

Umge­setzt wird das Projekt im Bio­en­er­giepark Saerbeck. „Den Unter­su­chungen liegt der Lastgang der Gemeinde zugrunde, dies ist ein Profil mit detail­lierten Daten zu Strom­erzeugung und -ver­brauch von Saerbeck“, so Brügging. Die Pro­jekt­er­geb­nisse sollen sich auf ländlich struk­tu­rierte Städte und Gemeinden NRW-weit über­tragen lassen. Im Fokus stehen vor allem kurze bis mit­tel­fristige Spei­cher­be­darfe – Energie für wenige Sekunden bis einige Stunden. Auch Pri­vat­per­sonen pro­fi­tieren vom Projekt. „Wir planen unter anderem Füh­rungen und Work­shops, bei denen die Besucher die Spei­cher­funk­tionen per Tablet selbst­ständig ken­nen­lernen können.“

Das Projekt läuft bis November 2019. Die Euro­päische Union und das Minis­terium für Kli­ma­schutz, Umwelt, Land­wirt­schaft, Natur- und Ver­brau­cher­schutz unter­stützen „EnerPrax“ mit ins­gesamt 1,7 Mil­lionen Euro. Pro­jekt­partner neben der FH Münster sind das Gas- und Wärme-Institut Essen, die GELSENWASSER AG, die Gemeinde Saerbeck sowie die Saer­becker Ver- und Ent­sor­gungs­ge­sell­schaft. NRW-Umwelt­mi­nister Johannes Remmel gibt den Start­schuss zum Projekt am 27. April um 9.30 Uhr in einer Kick-Off-Ver­an­staltung im Bio­en­er­giepark. Alle Pro­jekt­er­geb­nisse und Aktu­elles zu „EnerPrax“ stehen online unter www.energiespeicher.nrw.

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