Biogene Methanisierung

(„Ener­gie­speicher — Bedarf­Tech­no­logie“, S.389 ff)

Diese Art der che­mi­schen Spei­cherung ist eine Erwei­terung der che­mi­schen Spei­cherung von Strom in Was­ser­stoff (PEM-Elek­tro­lyseur), bei dem ein Erdgas (Methan) ent­steht. Die Metha­ni­sierung zählt zu den Power-to-Gas-Tech­no­logien und kann der Elek­trolyse nach­ge­schaltet werden. Durch die Umwandlung von Was­ser­stoff in Methan bezie­hungs­weise Erdgas wird die Pro­ble­matik der begrenzten Ein­speisung von Was­ser­stoff in das Gasnetz behoben. Methan kann außerdem sek­tor­über­greifend in der Chemie-Industrie oder im Mobi­li­täts­sektor ein­ge­setzt werden und ist im Gegensatz zu Was­ser­stoff wesentlich schwerer ent­zündbar, was sicher­heits­tech­nische Vor­teile bietet. Leider ist die Metha­ni­sierung sehr ener­gie­auf­wendig und kann daher nur in Phasen mit großem Strom­über­schuss / güns­tigen Strom­preisen wirt­schaftlich sein.

 

Es exis­tieren mehrere Mög­lich­keiten, um Was­ser­stoff in Methan umzu­wandeln. Die syn­the­tische Variante erzeugt bei Tem­pe­ra­turen um 80°C und Druck von… unter Zugabe von CO2 Methan erzeugt. Es gibt aller­dings auch eine andere Mög­lichkeit, die soge­nannte Biogene Metha­ni­sierung. Die Reaktion läuft mit Hilfe von Mikro­or­ga­nismen ab, die auch im her­kömm­lichen Bio­gas­prozess vor­liegen. Mit Biogas als Koh­len­stoff­di­oxid­quelle könnte dabei die Methankon­zen­tration im Biogas erhöht werden, was die Bio­gas­tech­no­logie ins­gesamt wirt­schaft­licher machen könnte. Das biogene Ver­fahren ist im Ver­gleich zu der bereits im großen Maßstab ein­ge­setzten che­mi­schen Metha­ni­sierung noch wenig bekannt und wurde bisher nur in geringem Maße unter­sucht und opti­miert. Eine Ver­suchs­anlage ist im Rahmen eines anderen Pro­jektes der FH Münster bereits in Betrieb genommen worden, wird aber wahr­scheinlich nicht als Groß­spei­cher­anlage für das Projekt EnerPrax rea­li­siert werden, da das Ver­fahren noch nicht aus­rei­chend erforscht ist.