Das Projekt “EnerPrax — Ener­gie­speicher in der Praxis” wird durch Mittel des Euro­päi­schen Fonds für regionale Ent­wicklung (EFRE) gefördert. Dabei ist das Ziel des Pro­jektes, die optimale Zusam­men­setzung von Ener­gie­spei­cher­tech­no­logien zu ermitteln, um eine mög­lichst hohe System- und Netz­sta­bi­lität bei hohen Anteilen erneu­er­barer Energien (EE) zu gewähr­leisten. Die Wahl des Spei­cher­me­diums (Gas, Wärme, elek­tro­che­misch etc.) spielt dabei ebenso eine Rolle, wie der Zeitraum, für den gespei­chert werden soll (Kurz-, Mittel- oder Lang­zeit­speicher) sowie die Kom­bi­nation der Erzeu­gungs­an­lagen. Ebenso wird der Frage nach­ge­gangen, wie der Wärme- und der Kraft­stoff­markt in das System ein­ge­bunden werden können. Da es sich zum Teil noch um Pro­to­typen oder inno­vative Tech­no­logien handelt, stehen auch Opti­mie­rungs­mög­lich­keiten in Bezug auf Technik, Steuerung und Inte­gration dieser Tech­no­logien im Fokus.

Gemeinsam mit den Pro­jekt­partnern und Her­stel­ler­firmen werden die Spei­cher­tech­no­logien in die Tech­ni­kums­anlage am Standort des Bio­en­er­gie­parks in Saerbeck (Anschrift s. unten) pla­ne­risch inte­griert. Dazu gehören die Fest­legung von Schnitt­stellen und die Ein­haltung aller Sicherheits­anforderungen. Der Bio­en­er­giepark besitzt durch sein reales Umfeld und die vor­han­denen Wind- und Solar­an­lagen ideale Vor­aus­set­zungen, um das gesteckte Ziel der Ermittlung von opti­malen Spei­cher­kom­bi­na­tionen zu erfor­schen.

Auf dem 90 Hektar großen ehe­ma­ligen Muni­ti­ons­depot der Bun­deswehr sind seit 2011, in kom­mu­naler Eigen­regie, sieben Wind­ener­gie­an­lagen, zwei Bio­gas­an­lagen und ein Pho­to­vol­ta­ikpark mit einer Gesamt­leistung von 29 Megawatt instal­liert worden. Damit ist die strom­seitige Ziel­er­rei­chung der kom­mu­nalen ener­gie­aut­arken Eigen­ver­sorgung mit rege­ne­ra­tiven Energien bereits heute umge­setzt – zumindest bilan­ziell. Die unre­gel­mäßige und schwer zu pro­gnos­ti­zie­rende Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne ist aber der Grund, dass eine voll­ständige elek­trische Ver­sorgung ohne Steue­rungs- bzw. Spei­cher­tech­no­logien zurzeit nicht möglich ist. An diesem Punkt setzt das Projekt EnerPrax an.

Im Vor­der­grund steht bei diesem Projekt nicht der Handel an der Strom­börse oder am Regel­en­er­gie­markt, wie es bei vielen kom­mer­zi­ellen Spei­cher­pro­jekten der Fall ist, sondern der Aus­gleich zwi­schen der dezen­tralen, rege­ne­ra­tiven Erzeugung und dem Ver­brauch ganz konkret vor Ort. Daher sind die Mess-, Steuer- und Rege­lungs­ein­heiten an der Demons­tra­ti­ons­anlage so kon­zi­piert, dass eine Aus­wertung der Ein- und Aus­spei­sungs­daten durch­ge­führt wird. Dadurch ist eine Prüfung der Über­trag­barkeit in die Praxis bzw. zum wirt­schaft­lichen Modell möglich. Besonders der Transfer und anschlie­ßende Hand­lungs­emp­feh­lungen für Regionen NRWs mit ähnlich hohen EE-Poten­tialen spielt hierbei ein Rolle.

Neben der tech­ni­schen Seite werden auch die Rah­men­be­din­gungen betrachtet, die einen wirt­schaft­lichen Betrieb der Spei­cher­an­lagen ermög­lichen, wie bei­spiels­weise geneh­mi­gungs­recht­liche Aspekte und die Berück­sich­tigung im Netz­ent­wick­lungsplan. Ver­schiedene Tech­no­logien eignen sich, bedingt durch ihre unter­schied­lichen Reak­ti­ons­zeiten und maxi­malen Leis­tungen, eben­falls als Primär-, Sekundär-, oder Minu­ten­re­serve.

Darüber hinaus wird das Projekt der Öffent­lichkeit prä­sen­tiert. Sowohl im Zusam­menhang mit Füh­rungen durch den Bio­en­er­giepark der Gemeinde Saerbeck, wie auch anhand pro­jekt­spe­zi­fi­scher Ver­an­stal­tungen, Work­shops und Tagungen wird die Tech­ni­kums­anlage der Fach­öf­fent­lichkeit und inter­es­sierten Bür­ge­rinnen und Bürgern demons­triert und dessen Nutzen für die Gesell­schaft erläutert.

 

Anla­gen­standort:

Tech­ni­kums­halle der FH Münster im Bio­en­er­giepark Saerbeck

Im Bio­en­er­giepark 7

48369 Saerbeck